Bei Snus ist vor allem das enthaltene Nikotin für die unmittelbare Wirkung verantwortlich. Es wird über die Mundschleimhaut aufgenommen und gelangt anschließend in den Blutkreislauf.
Nikotin wirkt auf das Nervensystem und kann unter anderem Puls und Blutdruck erhöhen. Wie stark die Wirkung wahrgenommen wird, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab – beispielsweise vom Nikotingehalt des Produkts, der aufgenommenen Menge und der individuellen Gewöhnung an Nikotin.
Neben kurzfristigen Wirkungen spielen bei regelmäßigem Konsum auch Nikotinabhängigkeit und mögliche langfristige gesundheitliche Folgen eine Rolle.
Was passiert, wenn man Snus nimmt?
Nach dem Einlegen kommt der Snus direkt mit der Mundschleimhaut in Kontakt. Das enthaltene Nikotin wird dort freigesetzt und über die Schleimhaut aufgenommen.
Anschließend gelangt Nikotin in den Blutkreislauf und wirkt unter anderem auf das zentrale und autonome Nervensystem.
Zu den kurzfristig messbaren Wirkungen können gehören:
- eine erhöhte Herzfrequenz
- ein Anstieg des Blutdrucks
- Veränderungen der Blutgefäßfunktion
- eine Aktivierung des Nervensystems
Wie stark diese Effekte ausfallen, hängt unter anderem vom Produkt und vom Nikotingehalt ab. Auch die persönliche Nikotingewöhnung spielt eine Rolle.
Eine Person, die selten oder noch nie Nikotin verwendet hat, kann dieselbe Menge deutlich stärker wahrnehmen als jemand mit regelmäßiger Nikotinzufuhr.
Wie fühlt sich die Wirkung von Snus an?
Eine allgemeingültige Beschreibung gibt es nicht, weil Menschen unterschiedlich auf Nikotin reagieren.
Nikotin besitzt eine stimulierende Wirkung auf das Nervensystem. Gleichzeitig verändern sich Herzfrequenz, Blutdruck und Gefäßfunktion.
Was subjektiv als Wachheit oder Aktivierung wahrgenommen wird, kann bei einer anderen Person bereits unangenehm sein.
Besonders bei ungewohnten oder höheren Nikotinmengen können beispielsweise Übelkeit, Schwindel oder Herzklopfen auftreten.
Snus Nebenwirkungen: Welche Beschwerden können auftreten?
Nebenwirkungen treten insbesondere dann auf, wenn die aufgenommene Nikotinmenge für die betreffende Person zu hoch ist.
Mögliche akute Beschwerden sind:
- Übelkeit
- Schwindel oder Benommenheit
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen
- kalter Schweiß
- Erbrechen
- allgemeines Unwohlsein
Nikotinhaltige Produkte können bei entsprechend hoher Aufnahme auch akute Vergiftungserscheinungen verursachen.
Starke, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
Was passiert, wenn man zum ersten Mal Snus nimmt?
Menschen ohne Nikotingewöhnung können stärker auf dieselbe Nikotinmenge reagieren.
Das bedeutet nicht, dass bei jeder erstmaligen Verwendung Beschwerden auftreten. Möglich sind jedoch insbesondere:
- Übelkeit
- Schwindel
- Benommenheit
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen
- Schwitzen
Ein hoher Nikotingehalt kann solche Reaktionen zusätzlich begünstigen.
Macht Snus abhängig?
Ja. Nikotin besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial.
Bei regelmäßiger Nikotinzufuhr kann sich der Körper an die wiederkehrende Wirkung gewöhnen. Gleichzeitig kann ein zunehmendes Verlangen nach Nikotin entstehen.
Wird die Nikotinzufuhr anschließend reduziert oder beendet, können Entzugserscheinungen auftreten.
Typische Beschwerden können beispielsweise sein:
- starkes Verlangen nach Nikotin
- Reizbarkeit
- Unruhe
- Konzentrationsprobleme
- Stimmungsschwankungen
Wie schnell sich eine Abhängigkeit entwickelt, ist individuell unterschiedlich. Nikotingehalt, Häufigkeit und Dauer der Nutzung spielen dabei eine Rolle.
Ist Snus gesundheitsschädlich?
Snus ist nicht gesundheitlich unbedenklich.
Bei klassischem Snus wird der Tabak zwar nicht verbrannt und es entsteht deshalb kein Tabakrauch. Das Produkt enthält aber weiterhin Nikotin sowie weitere Bestandteile des Tabaks.
Tabakhaltiger Snus kann unter anderem folgende Stoffgruppen enthalten:
- tabakspezifische Nitrosamine
- Metalle
- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
- flüchtige organische Verbindungen
Die gesundheitlichen Risiken von Snus sind nicht identisch mit denen von gerauchtem Tabak. „Rauchfrei“ bedeutet jedoch nicht „risikofrei“.
Welche Auswirkungen kann Snus auf Herz und Kreislauf haben?
Nikotin beeinflusst Herz und Blutgefäße.
Kurzfristig kann es die Herzfrequenz erhöhen, den Blutdruck ansteigen lassen und die Fähigkeit der Blutgefäße beeinflussen, sich zu erweitern.
Bei langfristiger Snus-Nutzung ist die wissenschaftliche Lage je nach untersuchtem Herz-Kreislauf-Ereignis unterschiedlich.
Für das erstmalige Auftreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ist der Zusammenhang mit schwedischem Snus nicht in allen Untersuchungen eindeutig. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Snus-Nutzer nach einem bereits erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall ein höheres Sterberisiko haben können, wenn sie weiterhin Snus verwenden.
Große schwedische Kohortenanalysen fanden außerdem Zusammenhänge zwischen aktuellem Snuskonsum und einer erhöhten Gesamt- sowie Herz-Kreislauf-Sterblichkeit.
Erhöht Snus den Blutdruck?
Nikotin kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen.
Die schwedische Gesundheitsbehörde weist außerdem darauf hin, dass regelmäßiger Snuskonsum mit einer Beeinträchtigung der Gefäßfunktion und einem höheren Blutdruck verbunden sein kann.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Person, die Snus verwendet, zwangsläufig dauerhaft Bluthochdruck entwickelt.
Kann Snus das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen?
Für einen Zusammenhang zwischen hohem Snuskonsum und Typ-2-Diabetes gibt es Hinweise.
Die schwedische Gesundheitsbehörde beschreibt ein erhöhtes Risiko insbesondere bei einem Konsum von mehr als vier Dosen pro Woche.
Diese Zahl ist keine feste Grenze, ab der automatisch eine Erkrankung entsteht. Sie beschreibt vielmehr den Bereich, in dem sich in epidemiologischen Daten ein stärkerer Zusammenhang zeigte.
Eine große gepoolte Analyse mehrerer schwedischer Kohorten fand ebenfalls einen dosisabhängigen Zusammenhang. Bei fünf bis sechs Dosen pro Woche war das beobachtete Risiko höher als bei Personen, die nie Snus verwendet hatten; bei sieben oder mehr Dosen pro Woche fiel der Zusammenhang noch stärker aus.
Gleichzeitig gibt es auch Untersuchungen, die nach Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren einen weniger eindeutigen Zusammenhang fanden. Deshalb sollte Snus nicht als alleinige Ursache für Typ-2-Diabetes dargestellt werden.
Verursacht Snus Krebs?
Eine pauschale Antwort für „Krebs insgesamt“ wäre wissenschaftlich zu ungenau.
Klassischer Snus enthält Tabak und kann unter anderem tabakspezifische Nitrosamine enthalten. Dennoch unterscheiden sich die epidemiologischen Ergebnisse je nach untersuchter Krebsart.
Die schwedische Gesundheitsbehörde beschreibt den Zusammenhang zwischen Snuskonsum und Krebs deshalb ausdrücklich als nicht eindeutig.
Bei einzelnen Krebsarten wurden Hinweise auf ein erhöhtes Risiko gefunden, während für andere Krebsarten kein klarer Zusammenhang nachgewiesen wurde oder die Datenlage bislang nicht ausreicht.
Deshalb sollte weder behauptet werden, Snus verursache zwangsläufig jede Form von Krebs, noch dass das Produkt in Bezug auf Krebs grundsätzlich risikofrei sei.
Welche Langzeitfolgen von Snus sind bekannt?
Die wissenschaftliche Evidenz ist nicht für alle möglichen Langzeitfolgen gleich stark.
Besonders häufig untersucht werden:
- Nikotinabhängigkeit
- Herz und Blutgefäße
- Blutdruck
- Typ-2-Diabetes
- bestimmte Krebsarten
- Mundschleimhaut und Zahnfleisch
- Schwangerschaft und Entwicklung des ungeborenen Kindes
Die schwedische Gesundheitsbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass fehlende Forschung nicht mit einem nachgewiesenen Fehlen von Risiken gleichgesetzt werden darf.
Besonders bei neueren tabakfreien Nikotinprodukten ist die Datenlage zu langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen noch begrenzter als bei klassischem tabakhaltigem Snus.
Welche Folgen kann Snus im Mund haben?
Snus liegt während der Verwendung direkt an der Mundschleimhaut.
Besonders an der regelmäßigen Platzierungsstelle können lokale Veränderungen auftreten.
Dazu zählen unter anderem:
- Veränderungen der Mundschleimhaut
- lokale Reizungen
- Zahnfleischrückgang
- Schäden am Zahnfleisch an der Kontaktstelle
Diese lokalen Veränderungen unterscheiden sich von den allgemeinen Wirkungen des Nikotins auf Nervensystem, Herz und Kreislauf.
Welche Risiken bestehen bei Snus in der Schwangerschaft?
Nikotin kann während der Schwangerschaft gesundheitliche Risiken für die werdende Mutter, den Fötus und das neugeborene Kind mit sich bringen.
Die schwedische Gesundheitsbehörde nennt beim Snuskonsum während der Schwangerschaft unter anderem Zusammenhänge mit:
- Frühgeburten
- Tod des Fötus im Mutterleib
- Störungen der Atemregulation beim Neugeborenen
Diese Folgen treten nicht bei jeder Schwangerschaft auf. Sie zeigen jedoch, dass Snus und andere nikotinhaltige Produkte während der Schwangerschaft nicht als unbedenklich gelten.
Ist Snus für Sport oder Konzentration sinnvoll?
Nikotin kann stimulierend wirken und wird deshalb teilweise mit Wachheit oder Konzentration in Verbindung gebracht.
Daraus lässt sich jedoch kein belegter sportlicher Nutzen ableiten.
Nikotin kann gleichzeitig:
- die Herzfrequenz erhöhen
- den Blutdruck erhöhen
- die Funktion der Blutgefäße beeinflussen
Eine subjektiv spürbare Aktivierung ist daher nicht mit einer wissenschaftlich belegten Verbesserung von Kraft, Ausdauer oder Regeneration gleichzusetzen.
Snus sollte deshalb nicht als Leistungsprodukt oder Trainingshilfe eingeordnet werden.
Ist Snus ohne Rauch automatisch harmlos?
Nein.
Bei Snus findet keine Verbrennung statt und es entsteht kein Tabakrauch. Das unterscheidet Snus wesentlich von Zigaretten.
Daraus folgt jedoch nicht, dass Snus gesundheitlich unbedenklich ist.
Klassischer Snus enthält weiterhin Nikotin und weitere Bestandteile des Tabaks. Nikotin selbst ist stark abhängig machend und beeinflusst unter anderem Herz, Blutgefäße und Nervensystem.
Die gesundheitlichen Risiken verschiedener Tabak- und Nikotinprodukte unterscheiden sich. „Weniger Verbrennungsprodukte“ und „risikofrei“ sind deshalb nicht dasselbe.
Fazit: Was sind Wirkung und Nebenwirkungen von Snus?
Die unmittelbare Wirkung von Snus entsteht vor allem durch das enthaltene Nikotin.
Nikotin beeinflusst das Nervensystem sowie Herz und Kreislauf. Zu den möglichen kurzfristigen Nebenwirkungen gehören unter anderem Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, kalter Schweiß und Erbrechen.
Bei regelmäßiger Nutzung kann sich eine Nikotinabhängigkeit entwickeln.
Für den langfristigen Konsum gibt es Hinweise auf gesundheitliche Risiken, insbesondere für Herz und Gefäße, den Blutdruck, den Stoffwechsel, Mundschleimhaut und Zahnfleisch sowie während einer Schwangerschaft.
Beim Zusammenhang mit Krebs und einigen anderen langfristigen Erkrankungen ist die Datenlage je nach konkreter Fragestellung unterschiedlich stark.
Snus wird nicht verbrannt und erzeugt keinen Tabakrauch. Gesundheitlich unbedenklich ist er deshalb trotzdem nicht.
Quellen
- Folkhälsomyndigheten – Gesundheitsrisiken durch Snus
- Folkhälsomyndigheten – Gesundheitsrisiken von Nikotin
- Folkhälsomyndigheten – Wissensübersicht zu gesundheitlichen Folgen von Tabak- und Nikotinprodukten
- Journal of Internal Medicine – Snus und Risiko für Typ-2-Diabetes: gepoolte Analyse von fünf Kohorten
- International Journal of Epidemiology – Swedish snus use and mortality: pooled analysis of eight prospective studies
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Gesundheitliche Bewertung von Nikotinbeuteln
- World Health Organization – Tobacco and nicotine