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Wie nimmt man Snus? Anwendung, Platzierung und Dauer erklärt

Wie nimmt man Snus? Anwendung, Platzierung und Dauer erklärt

Mateo Da Silva |

Wie nimmt man Snus? Klassischer Snus wird im Mund verwendet und weder geraucht noch wie Kautabak gekaut. Portionssnus wird üblicherweise zwischen Oberlippe und Zahnfleisch platziert. Loser Snus wird zunächst zu einer kleinen Portion geformt und anschließend ebenfalls im Mund verwendet.

Die grundsätzliche Anwendung ist damit relativ einfach. Trotzdem entstehen häufig Fragen: Wo genau kommt der Beutel hin? Wie lange bleibt Snus im Mund? Muss man ihn kauen? Was passiert mit dem Speichel und wann sollte der Beutel wieder entfernt werden?

Wichtig ist dabei: Snus enthält Nikotin und ist nicht risikofrei. Eine medizinisch festgelegte sichere Verweildauer gibt es nicht.

Wie nimmt man Snus?

Bei Portionssnus befindet sich die Tabakmischung bereits in einem kleinen Beutel. Dieser wird aus der Dose genommen und zwischen Lippe und Zahnfleisch gelegt.

In Schweden wird klassischer Snus traditionell häufig unter der Oberlippe verwendet. Wissenschaftliche Beschreibungen von Portionssnus nennen ebenfalls die Platzierung zwischen Lippe und Zahnfleisch beziehungsweise im Bereich vor den Zähnen.

Während der Beutel dort liegt, kommt das Produkt mit Speichel in Kontakt. Nikotin und andere lösliche Bestandteile werden aus dem Snus freigesetzt. Ein Teil des Nikotins wird anschließend über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Die grundsätzliche Anwendung lässt sich so zusammenfassen:

  1. Einen Portionsbeutel aus der Dose nehmen.
  2. Den Beutel zwischen Oberlippe und Zahnfleisch platzieren.
  3. Den Beutel dort liegen lassen und nicht kauen.
  4. Bei Schmerzen oder deutlicher Reizung den Beutel entfernen.
  5. Den gebrauchten Beutel anschließend sicher entsorgen.

Wo kommt Snus hin?

Typischerweise wird Portionssnus zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gelegt.

Der Beutel befindet sich dabei außen vor den Zähnen und liegt an der Mundschleimhaut. Er muss nicht zwischen die Zähne geklemmt und auch nicht besonders stark gegen das Zahnfleisch gedrückt werden.

Für klassischen schwedischen Snus ist die Platzierung unter der Oberlippe die am häufigsten beschriebene Form der Anwendung.

Muss man Snus kauen?

Nein. Klassischer Snus ist nicht dafür vorgesehen, gekaut zu werden.

Genau darin unterscheidet er sich unter anderem von Kautabak. Snus wird zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert und dort belassen.

Auch Portionsbeutel sollten nicht aufgebissen oder aufgekaut werden. Die Hülle ist dafür gedacht, den Inhalt während der Verwendung zusammenzuhalten.

Wie verwendet man losen Snus?

Loser Snus besitzt im Gegensatz zu Portionssnus keine vorgefertigte Beutelhülle.

Eine kleine Menge wird zu einer kompakten Portion geformt und anschließend ebenfalls zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert.

Da keine Hülle vorhanden ist, kommt der Tabak direkter mit der Mundschleimhaut in Kontakt und kann sich im Mund anders verhalten als ein Portionsbeutel.

Wie lange lässt man Snus im Mund?

Eine medizinisch festgelegte sichere Verweildauer gibt es nicht.

In wissenschaftlichen Untersuchungen zu Portionssnus wurden unterschiedliche Nutzungszeiten verwendet. In verschiedenen Studien blieben untersuchte Produkte beispielsweise etwa 20 bis 60 Minuten im Mund.

Diese Werte sind keine Empfehlung und bedeuten nicht, dass eine Anwendung innerhalb dieses Zeitraums gesundheitlich sicher ist. Sie beschreiben lediglich die Bedingungen, unter denen bestimmte wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt wurden.

Mit zunehmender Verweildauer verlängert sich auch der Kontakt zwischen Produkt und Mundschleimhaut. Gleichzeitig kann während dieser Zeit weiter Nikotin aus dem Produkt freigesetzt werden.

Brennt der Beutel stark, verursacht Schmerzen oder reizt die Mundschleimhaut deutlich, sollte er entfernt werden.

Wie lange wirkt Snus?

Wie lange eine Wirkung wahrgenommen wird, lässt sich nicht allein anhand der Zeit bestimmen, die ein Beutel im Mund liegt.

Eine Rolle spielen unter anderem:

  • Nikotingehalt
  • Portionsgröße
  • pH-Wert
  • Feuchtigkeit
  • Zusammensetzung des Produkts
  • individuelle Nikotingewöhnung
  • Dauer des Kontakts mit der Mundschleimhaut

Zwei Snus-Produkte können deshalb trotz gleicher Verweildauer unterschiedliche Nikotinmengen freisetzen und zu unterschiedlichen Nikotinwerten im Blut führen.

Wie schnell wird Nikotin aus Snus aufgenommen?

Nikotin aus Snus wird hauptsächlich über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Der zeitliche Verlauf unterscheidet sich dadurch von gerauchtem Tabak. Bei Zigaretten gelangt Nikotin über die Lunge sehr schnell in den Blutkreislauf. Bei Snus steigt die Nikotinkonzentration im Blut über einen längeren Zeitraum an.

Eine pharmakokinetische Studie mit schwedischem Portionssnus ermittelte bei den untersuchten Produkten einen medianen Zeitpunkt der höchsten Nikotinkonzentration von ungefähr 30 Minuten.

Eine weitere Untersuchung mit losem und portioniertem Snus zeigte, dass die Nikotinaufnahme unter anderem mit der gesamten Nikotinmenge und der verwendeten Tabakmenge zusammenhing.

Die Werte solcher Studien können jedoch nicht als fester Zeitplan für jedes Produkt verstanden werden. Zusammensetzung, Nikotingehalt, pH-Wert und individuelle Faktoren können die Aufnahme beeinflussen.

Was passiert mit dem Speichel?

Während Snus im Mund liegt, kommt das Produkt kontinuierlich mit Speichel in Kontakt.

Dadurch lösen sich Bestandteile aus dem Snus. Ein Teil des Nikotins wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Andere gelöste Bestandteile können zusammen mit Speichel in den Magen gelangen.

Der eigentliche Portionsbeutel ist jedoch nicht zum Verschlucken gedacht. Nach der Verwendung wird er aus dem Mund genommen und entsorgt.

Kann man Snus schlucken?

Der Portionsbeutel beziehungsweise die Snus-Portion ist nicht zum Verschlucken vorgesehen.

Wird ein Beutel versehentlich geschluckt, spielt unter anderem die darin enthaltene Nikotinmenge eine Rolle. Nikotin kann in höheren Mengen akute Vergiftungserscheinungen verursachen.

Besonders bei Kindern ist Vorsicht erforderlich. Unbenutzte und gebrauchte Snus-Beutel sollten daher außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden.

Treten nach einem versehentlichen Verschlucken Beschwerden auf oder wurde eine größere beziehungsweise unbekannte Menge aufgenommen, sollte medizinischer Rat beziehungsweise ein Giftinformationszentrum hinzugezogen werden.

Sollte man Snus immer an dieselbe Stelle legen?

Die wiederholte Platzierung an derselben Stelle kann für die Mundschleimhaut relevant sein.

Die schwedische Gesundheitsbehörde beschreibt Veränderungen der Mundschleimhaut und Schäden am Zahnfleisch insbesondere an den Stellen, an denen Snus regelmäßig platziert wird.

Ein Wechsel der Platzierungsstelle kann zwar vermeiden, dass ausschließlich derselbe kleine Bereich immer wieder belastet wird. Dadurch wird die Anwendung jedoch nicht risikofrei.

Ist eine Stelle sichtbar verändert, schmerzhaft oder dauerhaft gereizt, sollte sie nicht weiter mit Snus belastet werden. Bleibt die Veränderung bestehen, ist eine zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Was tun, wenn Snus brennt?

Ein Kribbeln oder Brennen kann bei der Verwendung mancher Produkte auftreten.

Dabei können unter anderem der pH-Wert, die Zusammensetzung, Aromen, Feuchtigkeit und der Nikotingehalt eine Rolle spielen.

Starkes Brennen, Schmerzen oder eine deutlich gereizte Mundschleimhaut sollten allerdings nicht ignoriert werden. In diesem Fall sollte der Beutel entfernt werden.

Bleiben Schmerzen, Wunden oder auffällige Veränderungen bestehen, sollte dies zahnärztlich oder ärztlich abgeklärt werden.

Sollte man Snus vor dem Essen herausnehmen?

Eine allgemeine medizinische Vorschrift dazu gibt es nicht.

Praktisch kann ein Beutel beim Essen jedoch verrutschen oder stören. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass er versehentlich verschluckt wird.

Deshalb ist es sinnvoll, einen Snus-Beutel vor einer Mahlzeit aus dem Mund zu nehmen.

Kann man Snus beim Schlafen im Mund lassen?

Das ist nicht empfehlenswert.

Während des Schlafens würde das Produkt über einen sehr langen Zeitraum an derselben Stelle mit der Mundschleimhaut in Kontakt bleiben.

Außerdem kann sich ein Beutel im Schlaf verschieben oder versehentlich verschluckt werden.

Snus sollte daher vor dem Schlafen aus dem Mund genommen werden.

Wie entsorgt man gebrauchte Snus-Beutel?

Gebrauchte Portionsbeutel sollten sicher über den Hausmüll entsorgt werden.

Viele Snus-Dosen besitzen im Deckel ein separates Fach, in dem ein gebrauchter Beutel vorübergehend aufbewahrt werden kann, bis eine geeignete Entsorgungsmöglichkeit vorhanden ist.

Gebrauchte Beutel sollten nicht offen herumliegen. Auch nach der Verwendung kann noch Nikotin enthalten sein, weshalb insbesondere Kinder und Haustiere keinen Zugang dazu haben sollten.

Was sollte man bei der Snus-Anwendung grundsätzlich beachten?

Die wichtigsten Punkte lassen sich zusammenfassen:

  • Portionssnus wird zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert.
  • Snus wird nicht wie Kautabak gekaut.
  • Portionsbeutel sollten nicht aufgebissen werden.
  • Der Beutel ist nicht zum Verschlucken gedacht.
  • Eine medizinisch definierte sichere Verweildauer gibt es nicht.
  • Starke Reizungen oder Schmerzen sind ein Grund, den Beutel zu entfernen.
  • Regelmäßiger Kontakt kann die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch an der Platzierungsstelle verändern.
  • Vor dem Schlafen sollte Snus aus dem Mund genommen werden.
  • Gebrauchte und ungebrauchte Produkte gehören außer Reichweite von Kindern und Haustieren.

Nikotin macht abhängig und kann gesundheitliche Auswirkungen haben. Eine sachliche Beschreibung der Verwendung bedeutet deshalb nicht, dass eine bestimmte Art oder Dauer der Nutzung als gesundheitlich sicher gilt.

Fazit: Wie wird Snus verwendet?

Portionssnus wird üblicherweise zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gelegt und dort für eine begrenzte Zeit belassen. Er wird weder geraucht noch wie Kautabak gekaut.

Eine medizinisch festgelegte sichere Verweildauer gibt es nicht. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden je nach Studiendesign häufig Zeiträume zwischen ungefähr 20 und 60 Minuten verwendet. Diese Zeiten stellen jedoch keine gesundheitliche Empfehlung dar.

Wie viel Nikotin tatsächlich aufgenommen wird, hängt neben der Verweildauer unter anderem vom Nikotingehalt, der Produktzusammensetzung, dem pH-Wert und individuellen Faktoren ab.

Nach der Nutzung wird der Beutel entfernt und sicher entsorgt. Bei deutlichen Schmerzen, anhaltenden Schleimhautveränderungen oder anderen Beschwerden sollte die Nutzung beendet und gegebenenfalls medizinischer oder zahnärztlicher Rat eingeholt werden.

Quellen

  1. Folkhälsomyndigheten – Gesundheitsrisiken durch Snus
  2. Folkhälsomyndigheten – Gesundheitsrisiken von Nikotin
  3. Nicotine & Tobacco Research – Nicotine delivery and subjective effects of Swedish portion snus
  4. Nicotine & Tobacco Research – Determination of nicotine absorption from multiple tobacco products and nicotine gum
  5. Bundesinstitut für Risikobewertung – Gesundheitliche Bewertung von Nikotinbeuteln